{"id":286,"date":"2018-12-30T17:13:34","date_gmt":"2018-12-30T17:13:34","guid":{"rendered":"http:\/\/conversationslexikon.de\/?p=286"},"modified":"2023-07-06T09:32:45","modified_gmt":"2023-07-06T09:32:45","slug":"was-ich-bin-dir-schuld-ich-es-nur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/conversationslexikon.de\/?p=286","title":{"rendered":"Was ich bin, dir schuld&#8216; ich es nur."},"content":{"rendered":"\n<p><em><strong>Es k\u00f6nnte durchaus mehr Publikum anwesend sein. Der Raum wirkt aber dennoch \u2026 gef\u00fcllt. Vorn, fast am B\u00fchnenrand eine Treppe, eher eine gro\u00dfe Leiter mit Rollen, die der Vortragende \u2013 Blauer Anzug, Gelbes Hemd,\u2013 etwas ungelenk herabsteigt, um das Publikum zu begr\u00fc\u00dfen. <br><\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Meine Damen und Herren, <strong><a href=\"http:\/\/gutenberg.spiegel.de\/buch\/gedichte-9564\/83\">\u201eWas ich bin, dir schuld\u2019 ich es nur\u201c.<\/a><\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>S wie Schulden. Die Schuld, die Schulden \u2013 die Verpflichtung zu einer Leistung, die Verpflichtung zu einer Zahlung\u2026 Das Sollen. <br>Aus dem Sollen, aus der Verpflichtung im miteinander gebiert sich die Schuld als moralische Instanz. Denn am Anfang war das Wort und mit dem Wort kam die Schuld, die Verpflichtung unserem Dasein eine Leistung abzuverlangen, eine Leistung &#8211;  Die F\u00e4higkeit dazu verdanken wir \u2026 und zur Nutzung sind wir verpflichtet\u2026 Wem? Einem Gott? Unserem Nachbarn? Dem Herrn? Der K\u00f6nigin? Oder dem Kind, an dessen Existenz die Eltern die Schuld tragen? Der Handel, die Einf\u00fchrung des Anonymen in unsere Beziehungen und das Ende der Leibeigenschaft machte es uns m\u00f6glich, der Schuld, der Verpflichtung zusehends die Moral zu entziehen \u2013 und Schulden als etwas Nat\u00fcrliches zu verstehen! <\/p>\n\n\n\n<p>Vereinzelt schlossen wir Frieden mit unserer eigenen Schuld, in dem wir die Schuld aller anerkannten, in dem wir wahrnahmen, dass die Schuld zun\u00e4chst gerecht verteilt ist \u2026 <strong>am Anfang ist das Wort und die Schuld ist gerecht verteilt <\/strong>\u2026 die Verpflichtung zu einer Leistung, die Verpflichtung zu einer Zahlung ist der tiefe Kern des Gemeinsamen, die Geburt der Gemeinschaft, die Praxis der Abh\u00e4ngigkeit \u2026 <strong>zumindest bis Satan auf den Plan trat und die Schuld mit der Metaphysik verband\u2026..<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>A spricht \u00fcber DC., der gemeinsam mit R. mittlerweile am Auto ankommt und sich setzt, vielleicht startet und los f\u00e4hrt &#8212; &gt; Unterhaltung w\u00e4hrend dessen: ZWISCHENMUSIK<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt mehr Menschen bei denen ich noch was gut habe, als Leute denen ich etwas schuldig geblieben w\u00e4re. Die Tr\u00e4umer\u2026<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schulden\">Wikipedia<\/a>-Eintrag zum Begriff Schulden: <strong>\u201eIm Jahr 2010 lag die durchschnittliche Schuldenlast der \u00fcberschuldeten Personen bei 34.314,&#8211; Euro. Als Ursachen f\u00fcr die \u00dcberschuldung werden Arbeitslosigkeit (28,5&nbsp;%), Schicksalsschl\u00e4ge (14&nbsp;%), Erkrankungen, Sucht und Unf\u00e4lle (11,1&nbsp;%) und unwirtschaftliche Haushaltsf\u00fchrung (10,2&nbsp;%) genannt.\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es ist genau soviel Wert 1 Million Schulden zu haben, wie 1 Million Guthaben\u2026 In beiden F\u00e4llen ist dein Adressbuch voll und du wirst oder wurdest auf viele Geburtstage eingeladen<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schulden\">Wikipedia<\/a>-Eintrag zum Begriff Schulden:<strong> \u201eInsbesondere in einer Hochzinsphase und\/oder konjunkturellen Schw\u00e4chephasen k\u00f6nnen Schulden zu einer Schuldenlast, einem Schuldenberg und schlie\u00dflich zu einer unkontrollierbaren Schuldenfalle anwachsen, die einer Schuldenbremse bedarf.\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich lass mir ja nicht mal gerne etwas schenken\u2026 mir ist das immer unangenehm\u2026 eigentlich finde ich Geschenke irgendwie\u2026 dreist! Ein Geschenk ist die Investition in meine zuk\u00fcnftige Dankbarkeit \u2013 ich lehne das ab! Ich lehne ab, dankbar zu sein!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gotthold Epharim Lessing (1767)<\/strong>: \u201eNicht genug also, dass der Ungl\u00fcckliche, mit dem wir Mitleiden haben sollen, sein Ungl\u00fcck nicht verdiene, ob er es sich schon durch irgend eine Schwachheit zugezogen: seine gequ\u00e4lte Unschuld, oder vielmehr seine zu hart heimgesuchte Schuld sei f\u00fcr uns verloren, sei nicht verm\u00f6gend, unser Mitleid zu erregen, wenn wir keine M\u00f6glichkeit s\u00e4hen, dass uns sein Leiden auch treffen k\u00f6nne. Diese M\u00f6glichkeit finde ich alsdann, und k\u00f6nne zu einer gro\u00dfen Wahrscheinlichkeit erwachsen, wenn ihn der Dichter nicht schlimmer mache, als wir gemeiniglich zu sein pflegen, wenn er ihn vollkommen so denken und handeln lasse, als wir in seinen Umst\u00e4nden w\u00fcrden gedacht und gehandelt haben, oder wenigstens glauben, dass wir h\u00e4tten denken und handeln m\u00fcssen; kurz, wenn er ihn mit uns von gleichem Schrot und Korne schildere.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es k\u00f6nnte durchaus mehr Publikum anwesend sein. Der Raum wirkt aber dennoch \u2026 gef\u00fcllt. 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