{"id":168,"date":"2018-12-29T09:10:12","date_gmt":"2018-12-29T09:10:12","guid":{"rendered":"http:\/\/conversationslexikon.de\/?page_id=168"},"modified":"2020-09-14T12:50:34","modified_gmt":"2020-09-14T12:50:34","slug":"fragen-antworten","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/conversationslexikon.de\/?page_id=168","title":{"rendered":"\u00fcber"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Warum \u201eConversationslexikon\u201c und was soll das eigentlich bedeuten?<\/h3>\n\n\n\n<p>Das Konversationslexikon ist der Versuch Wissen allgemeinverst\u00e4ndlich, aber umfassend darzustellen, um es diskutier- und verhandelbar zu machen. Dieses lexikographische Nachschlagewerk entwickelte sich parallel zu den b\u00fcrgerlichen Salons und war vornehmlich als Grundlage einer zu f\u00fchrenden Konversation gedacht. Die Verfl\u00fcssigung und Popularisierung des Wissens war das Hauptanliegen. Im Konversationslexikon geht es weit weniger um eine enzyklop\u00e4dische Wahrheit, als vielmehr um die Grundierung des Gespr\u00e4ches, um Bildung und Vermittlung zur gemeinschaftlichen Reflektion. Reagierten H\u00fcbners Conversationslexikon (1709) oder L\u00f6bels und Frankes Converstaionslexikon mit vorz\u00fcglicher R\u00fccksicht auf die gegenw\u00e4rtigen Zeiten (1769) auf den Umstand der mangelnden Verf\u00fcgbarkeit von Informationen, reagiert Dr. C\u2019s Conversationslexikon auf dessen \u00dcberfluss und nimmt eine Sortierung und Aufbereitung quer zu den Disziplinen und Sichtweisen vor. Der offensiv subjektive Umgang mit den Informationen versucht eine grundlegende Revision m\u00f6glich zu machen und entfaltet sich erst in der Reflektion.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wer ist eigentlich Dr.C.?<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Dr. C. <\/strong>alias <strong>Hans Castorp<\/strong> alias <strong>Max Clement<\/strong> alias<strong> Chodzinski<\/strong> alias <span style=\"font-weight: 600;\">achod<\/span> alias <strong>profac<\/strong> ist K\u00fcnstler, Theoretiker und Autor zwischen Kunst, \u00d6konomie und Gesellschaft. Er studierte bildende Kunst, arbeitete im Management eines Handelskonzerns und in der Unternehmens-Beratung, dozierte an Kunsthochschulen und Wirtschaftsfakult\u00e4ten und promovierte in Anthropogeographie zu Raum, Wirtschaft und Kunst. <br> Als Fachmann f\u00fcr Verkrampfung und verkn\u00fcpfendes Wissen hat er sich in Theatern, Ausstellungen und Publikation der Bildung verschrieben. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Armin_Chodzinski\">Chodzinski<\/a> gilt als King of the Rahmenprogramm oder Mad Professor, weil es ihm immer wieder gelingt Inhalte mit einer waghalsigen Elastizit\u00e4t von einem historischen Boden aus in die zeitgen\u00f6ssische Relevanz zu \u00fcberf\u00fchren. Er arbeitet an unterschiedlichen B\u00fchnenformaten, H\u00f6rst\u00fccken oder Ausstellungen zu Themen wie Wachstum, Gemeing\u00fcter, Wetten, Musik, Unsterblichkeit oder Fu\u00dfball, die er als so etwas wie Bildung versteht. Dem Conversationslexikon liegt seine Art der Wiesenaneignung genau so zu Grunde &#8211; die dem Prinzip der Collage verpflichtet ist &#8211; wie seine Verzweiflung, sein Gr\u00f6\u00dfenwahn und sein \u00f6ffentliches Denken ohne Backup.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was ist eigentlich die Idee hinter dem \u201eConversationslexikon\u201c? <\/h3>\n\n\n\n<p><em>Dr. C.\u2019s Conversationslexikon<\/em> stellt sich Begriffen, die zu Allgemeinpl\u00e4tzen geworden sind: Aktie, B\u00fcrokratie, Geld, Kreativit\u00e4t, Macht, Effizienz, Steuern, Volkswirtschaft, Wetten\u2026 <br> Dr. C. n\u00e4hrt sich den Begriffen von vorn: Von der Etymologie bis zur Verwendung, von der Buchst\u00e4blichkeit zur Bedeutung. Einer muss sich dem aussetzen, da wir eigentlich nicht mehr wissen wor\u00fcber wir reden oder reden ohne zu wissen, was wir damit eigentlich sagen \u2013 das geht so nicht! <br> Und deshalb: Die Begriffe aus ihren emotionalen Kerkern befreien und den Diskussionen ohne Unterleib die Bodenhaftung zur\u00fcckgeben! Oder wussten Sie, dass es Gesellschaften gibt in denen das Gl\u00fccksspiel und die Wette ein akzeptiertes Mittel zur Umverteilung von G\u00fctern war? Oder wie aus der Wette die Spekulation wurde? Oder was eigentlich Schulden sind? Oder woher eigentlich die Idee der Steuer stammt? <br> Die Komplexit\u00e4t der aktuellen Probleme zwingt dazu dumme und grunds\u00e4tzliche Fragen zu stellen \u2013 ohne Expertendiskurse und Positionierungseitelkeit. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was wird denn hier unter \u201eBildung\u201c verstanden? <\/h3>\n\n\n\n<p> Nahezu allen Bildungstheorien ist gemein, dass sie das reflektierte Verh\u00e4ltnis zu sich selbst, zu anderen und zur Welt als ein Zeichen der Bildung verstehen. Das ist recht allgemein, aber dennoch sehr ernst zu nehmen. Dr. C. ist weit weniger theorieaffin als es manchmal den Anschein hat und das sch\u00fctzt davor in abgegrenzten ideologisch akademischen Zusammenh\u00e4ngen zu verharren. Dr. C. reflektiert sein Verh\u00e4ltnis zu sich selbst, zu anderen und zur Welt. Meistens ist die Reihenfolge eine andere, aber letztlich wird immer wieder der Prozess des Reflektierens \u00f6ffentlich gemacht, zur Schau gestellt. In diesem zur Schaustellen gibt es kein Spielen, keinen Charakter und keine Rolle die eingenommen wird: Dr. C. denkt laut und begreift die Reflektion dessen als Bildung. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gibt es einen grunds\u00e4tzlichen Hintergrund zu diesem Vorhaben?<\/h3>\n\n\n\n<p>In den Gesellschaftswissenschaften bl\u00fchen die Expertendiskurse! In den Talkshows wirft man sich Begriffe an die K\u00f6pfe! Man wird das Gef\u00fchl nicht los, als ginge es nur noch um emotionale Platzhalter! Eigentlich sind wir in einer Situation in der niemand irgendetwas sicher wei\u00df \u2013 die Behauptung ist das Medium der Meinungsbildung geworden. Das Conversationslexikon bekennt sich zum Unwissen und schaut deshalb \u00fcberall mal hin: Wo kommen die Begriffe her? Wie sind sie in die Welt gekommen? Was haben sie zu welcher Zeit f\u00fcr wen bedeutet? Und was macht man damit? <br> Die Naturwissenschaftler haben es leichter: Das Erkl\u00e4ren von Ph\u00e4nomen und Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten ist and der Tagesordnung und vermittelt scheinbar unumstrittenes. Volksbildung als Vermittlung von Sicherheit f\u00fcr die Verunsicherten: Ranga Yogeshwar, Professor Harald Lesch, Dr. Eckart von Hirschhausen. <br> Dem gegen\u00fcber steht der Diskurs der Talkrunden, der Selbsterfahrungstripps, der investigativen Dialektik oder der Experten-Miniaturen: Herr Eppert sucht\u2026, Alexander Kluge problematisiert, Gert Scobel diskutiert, Sarah Kuttner menschelt. <br> Die grundlegende Alphabetisierung der Zuschauer, die im komplexen Gewirr der Welt sich damit zufrieden geben ein Gef\u00fchl anstelle einer Meinung zu bilden, bleibt aus. Der Notwendigkeit von Meinung, Haltung und Handlung steht die mangelnde Zeit f\u00fcr das Lexikalische gegen\u00fcber. Nat\u00fcrlich sind nahezu alle Informationen verf\u00fcgbar, aber in einer Kultur des Suchens funktioniert eine emanzipative Gesellschaft eben auch und vor allem durch das Finden. Jenseits der Unsicherheit der Experten, die in Behauptungen m\u00fcndet, braucht es deshalb ein Format, dass sich zum Erkl\u00e4ren und zum Unwissen bekennt und dessen Ziel es ist Handlungsf\u00e4higkeit oder zumindest Reflektion herzustellen oder wie die <strong>Blow Monkeys<\/strong> einmal so sch\u00f6n sangen: <strong>Educate and Activate<\/strong>!<br> Als David Graebe sein Buch<em> Schulden \u2013 die ersten 5000 Jahre<\/em> ver\u00f6ffentlichte, gab es kurze Momente in denen man sich bem\u00fchte einen Blick auf den Begriff zu werfen, ohne dabei gleich \u00fcber L\u00f6sungen nachzudenken. Der Moment war kurz bis die Moderatorinnen anfingen nach L\u00f6sungen bei Experten zu forschen und zur Strafe die \u00fcblichen Behauptungen erhielten.<br> Jenseits der Managementlogik, die Themen in 60 \u2013 300 Sekunden in ihren Fakten vorstellt, um dann 60 min zu diskutieren, ist das Conversationslexikon der Versuch sorgsam die Grundlagen zu kl\u00e4ren, ohne dabei L\u00f6sungen anzubieten. Es geht um das Verkn\u00fcpfen von unterschiedlichsten Informationen zum Zwecke eines Blickes auf Begriffe, die uns vor lauter Vertrautheit fremd geworden sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum \u201eConversationslexikon\u201c und was soll das eigentlich bedeuten? Das Konversationslexikon ist der Versuch Wissen allgemeinverst\u00e4ndlich, aber umfassend darzustellen, um es diskutier- und verhandelbar zu machen. 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