{"id":149,"date":"2018-12-28T18:23:28","date_gmt":"2018-12-28T18:23:28","guid":{"rendered":"http:\/\/conversationslexikon.de\/?page_id=149"},"modified":"2023-07-06T10:31:04","modified_gmt":"2023-07-06T10:31:04","slug":"stimmen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/conversationslexikon.de\/?page_id=149","title":{"rendered":"kritik"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em><a href=\"https:\/\/www.piqd.de\/fundstuecke\/t-wie-tanzen\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Susanne Franzmeyer schreibt nach der Folge T wie Tanzen auf dem Kanal Fundst\u00fccke (06\/2021):<\/a><\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;<strong>Eine eigenartige Feature-Reihe des SWR<\/strong> aus der Feder von Armin Chodzinski tr\u00e4gt den Titel &#8222;Dr. C&#8217;s Conversationslexikon \u2013 eine \u00f6konomische Radio-Revue-Reihe zur Therapie grassierender Ahnungslosigkeit.\u201c <br>Mein Einstieg beginnt bei<strong> &#8222;T wie Tanzen&#8220;<\/strong>, was aktuell gesendet wurde und jetzt online ist, aber es wird sicher nicht meine letzte Folge gewesen sein. Bei der Folge handelt es sich wohlgemerkt um Folge Nr. 11. Die Serie wird also nicht in alphabetischer Ordnung erarbeitet.\u00a0<br><strong>Die Sendung ist eine Mischung aus Doku, Fiktion, Quatsch und Ernst, mit absurden bis philosophischen Ans\u00e4tzen. Sehr unterhaltsam, schr\u00e4g und gleichzeitig zum Denken anregend.<\/strong>\u00a0 Dabei wird auf eine k\u00fcnstlerisch ansprechende und sehr unterhaltsame Art Wissenswertes wie Nichtwissenswertes vermittelt oder einfach mal Musik gespielt. <br>\u201eSie tanzen auf eine au\u00dfergew\u00f6hnliche, bet\u00f6rende Art und Weise. Ohne jede Eleganz, ohne diese K\u00f6nnerschaft, eher unwirsch und eckig. Also ohne ein Wie, ohne Warum, ohne Form, ohne Methode. Liegt darin das Radikale Ihres Alphabets?\u201c So die Moderatorin, die f\u00fcr den unbeholfenen Tanzstil des Gastes, Dr. C., schw\u00e4rmt, den die H\u00f6rerschaft sich nur vorstellen kann. Dieser erl\u00e4utert dazu:\u00a0\u201eIch zeige Tanzen. Denn Theorie kann man tanzen. Erkenntnis kann man tanzen.&#8220; Irgendwann in der Mitte der Sendung schaltet sich die Regisseurin oder Redakteurin \u00fcber die Gegensprechanlage ins Studio und befindet alles f\u00fcr Mist, was bislang gelaufen ist, was den Gast Dr. C. \u2013 hier auch als Autor seiner eigenen Sendung geoutet \u2013 in Erkl\u00e4rungsnot bringt:<br>&#8222;Dass man sich hier so mir nichts dir nichts in eine Talkshow hineinschreibt! (\u2026) Ok, Sie tr\u00e4umen von einer Talkshow, also schreiben Sie sich eine. Meinetwegen, Ihr gutes Recht. Autorenrecht, wenn Sie so wollen. Aber das macht \u00fcberhaupt keinen Sinn! Die Moderatorin verliebt sich w\u00e4hrend des Gespr\u00e4chs?\u201c Dazwischen immer wieder philosophische Gedanken auf einem schmalen Grat zwischen Ernst und Albernheit:<br>\u2018Tanzen ist sowohl alles, aber auch nichts. Es ist eben der Abgrund und das Himmelreich. Tanzen ist die Befreiung und der tiefste Kerker\u2018- \u201aOh. Warum?\u2018 \u2013 \u201aTja, weil Sie nach einem Warum fragen.\u2018 \u2013 \u201aOh. Warum?\u2018- \u201a Weil: Das Warum f\u00fchrt zum Wozu, zum Wof\u00fcr, und von dahin geradewegs zum Zweck und vom Zweck zur Funktion, und von der Funktion zur Methode, und von der Methode zur Optimierung und zur Anwendung. (\u2026) Der Mensch beendet eine Reihe von Fragezeichen immer mit einem gro\u00dfen Ausrufezeichen!\u2018\u201c<br>Nicht zuletzt wird noch ein passender Song zum Begriff pr\u00e4sentiert, zu dem auch abschlie\u00dfend die H\u00f6rerschaft aufgefordert wird, mitzutanzen, und ihrerseits wieder andere dazu einzuladen, denn &#8222;irgendwo wird uns das hinf\u00fchren!&#8220;. Man brauche nur das Fenster \u00f6ffnen, den Pegel lauter stellen und\u2026 &#8222;Tanzen f\u00fcr das Flie\u00dfband, Tanzen f\u00fcr die Jagd, Tanzen f\u00fcr die Firma, Tanz den ganzen Tag, Tanzen in Gemeinschaft, Tanzen aus dem H\u00fcftgelenk, Tanzen f\u00fcr die Ernte, Tanzen, Tanzen, Tanzen, Tanzen!&#8220; Als leidenschaftliche Hobbyt\u00e4nzerin kann ich das nur best\u00e4tigen: <strong>Ja, irgendwo wird uns das hinf\u00fchren.<\/strong> Vielleicht an einen sch\u00f6neren Ort. In einen sch\u00f6neren Zustand. Oder auf die Liege des n\u00e4chsten Osteopathen. Wer wei\u00df\u2026 Aber machen sollten wir es auf jeden Fall! <strong>Meine herzlichste H\u00f6rempfehlung und die Aufforderung zum Tanz!&#8220;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>H\u00f6rerinnenzuschrift nach der Folge <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.swr.de\/swr2\/doku-und-feature\/n-wie-nachhaltigkeit-dr-cs-conversationslexikon-eine-oekonomische-radio-revue-100.html\" target=\"_blank\">N wie Nachhaltigkeit<\/a> (2020): <\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMit jeder Minute, die ich diesen Podcast h\u00f6re &amp; mit der eine neu aufkommende, trotzige L\u00f6sungsidee in mir galant &amp; faktenreich ad acta gelegt wird, werde ich w\u00fctender, hoffnungsloser, resignierter; bis mir schlagartig bewusst wird, wie ich pl\u00f6tzlich seit langem wieder ernsthaft an den Wert &amp; die Relevanz von Kunst glaube, da es bei aller Bildung diesen sehr unterhaltsamen Podcast gebraucht hat um mich wirklich wachzur\u00fctteln &amp; mir klar wird, dass nichts sonst das global schaffen kann. <strong>Ich w\u00fcnschte dieser Stream w\u00e4re ein Hit auf Netflix &amp; das n\u00e4chste Foto auf Instagram wird gr\u00fcn, &amp; der einschlagende Hashtag nach #metoo wird #changeeverythingandhealthefuckingplanet. <\/strong>Es kann doch nicht sein, dass Bildung &amp; wirklich nachhaltiges Denken nicht korrelieren \u2013 ist das Problem denn nicht, dass unsere &#8222;akademische Bildung&#8220; einem Bildungssystem entstammt das ausschlie\u00dflich auf Wachstum und Profitmehrung und Erfolg in einem industriellen System ausgerichtet ist!? M\u00fcsste da nicht das Umdenken wirklich beginnen \u2013 ganz unten, ganz von vorne, ganz grundlegend?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.rollingstone.de\/autoren\/juergen-ziemer\/\"><strong><em>J\u00fcrgen Ziemer<\/em><\/strong><\/a><strong> schreibt in<\/strong><a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/management-ist-wenn-die-anderen-arbeiten\"><strong><em>Der Freitag, Ausgabe 46\/2017<\/em><\/strong><\/a><strong>: Management ist, wenn andere arbeiten.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p> &#8222;Mit seiner Show untersucht der Hamburger K\u00fcnstler, Autor und Performer Armin Chodzinski Begriffe der Wirtschaft mit den M\u00f6glichkeiten der Kunst. Wirtschaft ist in vielerlei Hinsicht ein angstbesetztes Thema. Niemand kennt einen Tellerw\u00e4scher, der zum Million\u00e4r wurde \u2013 h\u00f6chstens jemanden, der mit Telekom-Aktien viel Geld verloren hat. Die gro\u00dfen Tageszeitungen machen es ihren Lesern auch nicht leicht. Die Scheu der Deutschen, ihre Ersparnisse an der B\u00f6rse anzulegen, ist in den Wirtschaftsteilen regelm\u00e4\u00dfige Steilvorlage f\u00fcr paternalistischen Spott. Wenn das Volk nicht genug Rente hat, soll es eben Fonds kaufen. <br>So einfach macht es sich Armin Chodzinski nicht. Mit seiner Radioshow&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.swr.de\/swr2\/hoerspiel-feature\/dr-der-doktor-kommt\/-\/id=661194\/did=16084556\/nid=661194\/185y3ij\/\" target=\"_blank\"><em>Dr. C\u2019s Conversationslexikon<\/em><\/a>&nbsp;untersucht der Hamburger K\u00fcnstler, Autor und Performer Begriffe der Wirtschaft mit den M\u00f6glichkeiten der Kunst. Nie gelassen und onkelhaft, sondern in st\u00e4ndiger Alarmbereitschaft. Auch hier geht es um&nbsp;<em>A wie Aktie<\/em>, oder&nbsp;<em>I wieInnovation<\/em>. Aber eben nicht im \u00fcblichen Erkl\u00e4rmodus eines Lexikons und auch nicht so evangelikal, wie man es von den Verfechtern des Neoliberalismus kennt. Chodzinski, der im Rahmen seines Kunstprojekts&nbsp;<em>Armin Chodzinski muss ins Management<\/em>&nbsp;tats\u00e4chlich im Management eines Lebensmittelkonzerns t\u00e4tig war, m\u00f6chte verstanden werden. Er sch\u00fcttelt Merks\u00e4tze aus dem \u00c4rmel, die verbl\u00fcffend einfach klingen, aber dann doch eine enorme Tiefe entwickeln. \u201eManagement is getting things done through other people\u201c, zum Beispiel.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Stefan Fischer <\/strong>schreibt f\u00fcr <\/em><strong><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/medien\/hoerfunktipps-schoene-scheussliche-zeit-1.3753917\"><em>SZ-Online<\/em><\/a><\/strong>: &#8222;Armin Chodzinski schreibt&nbsp;<strong>Dr. C&#8217;s Conversationslexikon<\/strong>&nbsp;klug und am\u00fcsant fort. In den neuen Folgen der wirtschaftskritischen Reihe geht es um&nbsp;<em>I wie Innovation<\/em>,&nbsp;<em>M wie Management<\/em>&nbsp;und&nbsp;<em>A wie Aktie<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. C.&#8217;s Conversationslexikon:<a href=\"https:\/\/www.medienkorrespondenz.de\/hoerfunk\/artikel\/armin-chodzinskinis-koetting-drnbspcs-conversationslexikon-eine-oekonomische-radiofeature.html\"> Mit vorz\u00fcglicher R\u00fccksicht auf die gegenw\u00e4rtigen Zeiten von <\/a><a href=\"http:\/\/hoerspielkritik.de\">Jochen Meissner<\/a> f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/www.medienkorrespondenz.de\">Medienkorrespondenz<\/a><\/strong><em>16.10.2015<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDr. C.\u2019s Conversationslexikon\u201c ist kein konventionelles Erkl\u00e4rst\u00fcck, sondern funktioniert als eine Art Gedankenflug, der sich von einer Basisdefinition aufschwingt, um dann in ganz andere Gefilde abzuheben. Ein Beispiel: Vom Ursprung des Geldes, wie ihn der \u201eBrockhaus\u201c beschreibt \u2013 \u201eDas lateinische Wort pecunia (Geld) wird in der Regel auf pecus (Vieh) zur\u00fcckgef\u00fchrt; es weist auf den sakralen Ursprung des Geldes als den Ersatz des Opfertieres hin, das auf der M\u00fcnze abgebildet wurde\u201c&nbsp;\u2013, geht es gleich zur \u201ePhilosophie des Geldes\u201c von Georg Simmel: \u201eEs scheint, als ob selbst das nutzbarste Objekt, um als Geld zu funktionieren, auf seine N\u00fctzlichkeit verzichten m\u00fcsste.&nbsp;[\u2026] Wenn zum Beispiel in Abessinien besonders zugeschnittene St\u00fccke Steinsalz als Scheidem\u00fcnze kursieren, so sind sie doch eben Geld nur dadurch, dass man sie nicht als Salz gebraucht.\u201c Und schlie\u00dflich wird dann im R\u00fcckgriff auf Kant \u201eGeld als allgemeines Mittel, den Flei\u00df der Menschen gegeneinander zu verkehren\u201c, bezeichnet. Eine Vorstellung aus einer Zeit, als Geld noch keine Ware war, die den Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen um ein Mehrfaches \u00fcbersteigt.<br>Dabei geriert sich Chodzinski nicht als platter Kapitalismuskritiker, denn alles in allem h\u00e4lt er Geld f\u00fcr eine gute Sache: \u201eGeld ist ein abstraktes Verh\u00e4ltnis, auf das wir uns einlassen, um n\u00e4her zusammenzukommen! Geld erm\u00f6glicht es, sich als Fremde zu begegnen und das auch zu bleiben.\u201c Geld ist also ein Mittel zur Vergesellschaftung, nicht zur Vergemeinschaftung. Geld erm\u00f6glicht zugleich Anonymit\u00e4t und Privatsph\u00e4re, N\u00e4he und Distanz, Kommunikation und Konversation, weil es das Individuum von allerlei Zumutungen entlastet, die Gemeinschaften so mit sich bringen. \u201eGeld ist Freiheit\u201c, wusste schon DDR-Dramatiker Heiner M\u00fcller, dem man wenig Sympathie f\u00fcr den Kapitalismus nachsagen kann.<br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Susanne Franzmeyer schreibt nach der Folge T wie Tanzen auf dem Kanal Fundst\u00fccke (06\/2021): &#8222;Eine eigenartige Feature-Reihe des SWR aus der Feder von Armin Chodzinski tr\u00e4gt den Titel &#8222;Dr. C&#8217;s [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":394,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/conversationslexikon.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/149"}],"collection":[{"href":"https:\/\/conversationslexikon.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/conversationslexikon.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/conversationslexikon.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/conversationslexikon.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=149"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/conversationslexikon.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/149\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":611,"href":"https:\/\/conversationslexikon.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/149\/revisions\/611"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/conversationslexikon.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/394"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/conversationslexikon.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=149"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}